Die Geschichte vom Pferd

[…] Zügig lenkte Erwin seinen knallroten VW Käfer in die Kurve, wo vor der Rampe der Milchsammelstelle ein Bauer gerade dabei war, eine Milchkanne von der Pritsche seines einspännigen Pferdefuhrwerks zu wuchten. Das Fuhrwerk stand also auf Erwins Fahrbahn. Der stieg spontan auf die Bremse, erkannte aber sofort, dass die kurze Strecke nicht ausreichte, um rechtzeitig zum Stehen zu kommen. Er hätte noch auf die linke Fahrbahn ausweichen können, aber genau dort tauchte in diesem Moment ein LKW auf. Nun stand Erwin vor der Wahl, entweder mit dem stehenden Fuhrwerk oder mit dem fahrenden Laster zu kollidieren. Letzteres wäre zweifelsfrei die schlechtere Lösung gewesen, aber Zeit für strategische Überlegungen blieb ohnehin nicht, denn schon krachte sein Auto auf den linken Hinterreifen des Milchwagens. Durch die Wucht des Aufpralls verschob sich eine auf dem Rand der Pritsche stehende Milchkanne, verlor den Halt, rutschte über die Kante und fiel mit Getöse auf die Straße, wo sich der gesamte Inhalt über den Asphalt ergoss. Der Kannendeckel kullerte scheppernd über die Straße und verschwand unter dem Laster.

Fortsetzung im Buch

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