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Ein Retter in der Not

[…] »Deine Bude war auch schon mal voller«, meinte Robby nach ein paar Minuten Small Talk und legte mit dieser lapidaren Feststellung den Finger mitten in die Wunde seines Gesprächspartners. Ohne es zu wissen, gab er damit auch das Stichwort, denn Erwin Kaeß kam jetzt freimütig auf das Thema zu sprechen, das ihm seit Monaten auf der Seele lag und sich immer mehr zur finanziellen und emotionalen Belastung entwickelte.

Er räusperte sich.

»Also … die Sache ist die … wenn mir nicht bald was einfällt, kann ich den Laden dichtmachen.«

»Ach du Scheiße!« Mehr fiel Robby dazu nicht ein. Nachdenklich schaute er eine Weile ins Leere und sagte dann:
»In Berlin gibt’s ne Kneipe, Pupasch heißt die, da stehen die Leute Schlange. Ab neun Uhr abends ist die Bude rappelvoll. Sieben Tage die Woche!«

»Und?«

»Na, dieses Pupasch solltest du dir mal anschauen!«

»Wieso, gibt’s was Besonderes an der Kneipe?«

»Logo! Das Konzept dahinter. Ein völlig neues Gastro-Konzept, so eine Art Spaß-und-Erlebnis-Kneipe.«

»Eine Spaß-und-Erlebnis-Kneipe?« Erwin Kaeß war hellhörig geworden und wollte mehr wissen. Einrichtung und Dekoration zum Beispiel seien anders als üblich, berichtete Robby.

»Weißt du, nicht cool und im Designerlook, sondern rustikal-gemütlich. Überm Tresen und an den Wänden hängen Töpfe und Pfannen vom Flohmarkt und anderes Zeug vom Trödler.«

»Töpfe und Pfannen überm Tresen?« Erwin Kaeß schaute Robby ungläubig an.

»Jenau!«

Vor lauter Begeisterung verfiel Robby ins Berlinerische.

»Außerdem loofen Animatöre in der Jegend rum und sorjen für Unterhaltung, und de Kellner sind vakleidet wie an Fasching. Aber der Clou von’s Janze is, det sich uff’m Plattenteller nich det übliche Diskojewummere dreht, sondern Popmusik und Schlaga. Ohrwürma, vastehste? Und det janze Publikum singt mit.«

Robby kam so richtig in Fahrt.

»Du kannst dir nich vorstellen, was dort los is«, schwärmte er weiter, »det sind so richtje Anmach-Schupp’n. Da wird Party jemacht, da steppt der Bär. Un det jed’n Abend! Ick saje dir, da gloobste, ’s jibt wat füa nischt.«

Fortsetzung im Buch

Hier ein akustischer Einblick in das Hörbuchkapitel “Ein Retter in der Not”, gesprochen von dem Schauspieler und Sprecher Stephan von der Decken.