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Vereinsleben

[…] Doch dann kam mal wieder der Zufall ins Spiel. Der Langenargener Fußballclub bezog ein neues Gelände, und die Gemeinde kaufte das alte Grundstück, um Eigentumswohnungen darauf bauen. Alles nahm seinen gewohnten Gang. Allerdings erteilte die letzte Instanz, das Landratsamt Friedrichshafen, nur eine eingeschränkte Genehmigung, denn zwei der geplanten Bauplätze durften nicht bebaut werden. Begründung: »Zu nah an der Tennisanlage.«

Neuigkeiten machen in einer Kleinstadt schnell die Runde, und als Erwin Kaeß von der Entscheidung des Landratsamtes hörte, lachte er sich ins Fäustchen. Nun würde dem Bürgermeister nichts anderes übrig bleiben, als dafür zu sorgen, dass der Tennisverein umziehen konnte, und zwar ins neue Sportzentrum. Mit dem dafür erforderlichen Zuschuss. So geschah es dann auch.

Es war immer Erwins Bestreben, Posten in Vorstandschaft und Ausschuss mit fähigen Menschen zu besetzen, ohne Rücksicht auf freundschaftliche Beziehungen. Und das gelang ihm auch, Vetternwirtschaft und Klüngeleien gab es keine. Der Verein stand gut da, und das sprach sich rum. So verwunderte es niemanden, als eines Tages der Württembergische Tennisbund anklopfte. Er plante, das Deutsche Jungsenioren-Turnier auf unbestimmte Zeit in Langenargen durchführen. Die Vergabe-Verhandlungen dafür fanden in Bayern statt, in der südlich von München gelegenen Tennisanlage von Sepp Maier, dem ehemaligen Torwart des FC Bayern München.

Erwin fuhr mit Heidi in das oberbayrische Dorf, um dort Einzelheiten über Aufwand, Abwicklung und Kosten des Turniers zu erfahren. Die wichtigsten Informationen dabei waren, dass der erste Veranstaltungstermin am Bodensee nicht erst in zwei Jahren, sondern bereits für die kommende Saison geplant war und ein Budget von rund 35.000 Mark dafür erforderlich sei.

Erwin überlegte. Organisatorisch würde der frühere Zeitpunkt zu machen sein. Und Sponsoren für das werbeträchtige Turnier zu finden, sei bestimmt auch kein Problem. Kurzerhand sagte er zu.

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